Digital Detox | Das „Eine Woche offline“-Experiment

digital detox, handy, mantel, baker boy hat Ich gönne mir ein paar Tage Auszieht. Raus und nicht nur ab-, sondern auch ausschalten. Ich schalte Handy und Laptop aus und bin offline. Eine Woche lang.

Nervös ändere ich fünf Minuten vor Abfahrt sämtliche Passwörter. So wie andere vor Verlassen des Hauses aufräumen oder checken, ob sie wirklich die Zahnbürste eingepackt haben, habe ich das Bedürfnis, online nochmal aufzuräumen und klar Schiff zu machen: Ich checke mehrmals alle Kanäle, wohlwissend, dass da in den letzten Sekunden nicht mehr passiert als sonst, wenn ich das Haus verlasse. Aber ich merk’s – ich bin wahrhaftig in irgendeiner Art und Weise nervös...

BIN ICH ONLINE-SÜCHTIG?

„Bin ich online-süchtig?“, frage ich mich kurz ehe ich den Gedanken dann wieder verwerfe. „Ich bin ein Kontroll-Freak“, ist meine Schlussfolgerung. Die alten Passwörter sind nämlich im Auto-Speicher und nicht in meinem Kopf. Falls doch was sein sollte, dann will ich wenigstens per Hotel-Computer Kontakt mit der Welt aufnehmen können. Klingt übertrieben. Aber der Gedanke beruhigt mich irgendwie. Der Gedanke an die Option, dass ich an den Blog oder meine Mails kommen könnte. 

WOHIN MIT DEN AUGEN IN DER VOLLEN BAHN?

Nach erfolgreicher Passwortänderung befinde ich mich auf dem Weg zum Flughafen. Ich sitze in der Bahn und greife wie automatisiert in meine Handtasche, fange an zu wühlen, bis mir auffällt, dass diese Bewegung mit der unterbewussten Suche nach dem Handy zu tun hat. Auweia. Fast schon Reflexartig taste ich also nach dem Telefon, sobald ich eigentlich Ruhe haben könnte. Ich versuche mir bewusst zu sagen „Du hast es nicht dabei“.

Ich merke wie ich mich mit diesem Gedanken anfreude und mich irgendwann langsam anfange zu entspannen. Ich bin jetzt echt Richtung Airport und habe einfach alles zu Hause gelassen. Kein zurück. Eine Woche Sonne, Strand und spanisches Wellenrauschen ohne das digitale Monster im Hinterkopf zu haben, das mich in jeder vermeintlich freien Minute dazu bringt, Mails und Nachrichten zu checken, jemandem zu antworten, ein Bild für später vorzubereiten, To Dos checken, meinen Speicherplatz aufräumen, wisst ihr ja selber. Ich lasse los und fühle mich erleichtert als mir klar wird: Nein, ich kann und muss rein gar nichts machen ausser zu überlegen, wohin mit dem Augen in der vollen Bahn, wenn nicht auf den Bildschirm.

ENDLICH WIEDER DURCHGESCHLAFEN...

Angekommen in Spanien bin ich abends mit einem Buch in der Hand im Hotelzimmer eingeschlafen, habe endlich mal wieder durchgeschlafen und bin mit dem Wake up-Call – ich habe ja ohne das Handy auch keinen Wecker mit – erst aufgewacht. 11,5 Stunden, wow. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so voller Ruhe so friedlich und lange geschlafen habe. Die nächsten Tage ertappe ich mich nur selten dabei, dass ich gerne etwas Erlebtes posten würde oder ein Foto als Andenken aufnehmen würde. Vielleicht haben die zwei Male Digital Detox mir geholfen, um schneller mit dem Offline-Sein klarzukommen und es für den Zeitraum einfach anzunehmen, ohne dabei in Internet-Schmacht zu verfallen. Fazit unter'm Kasten...

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Wenn ihr euch einem Digital Detox unterzieht, werdet ihr sehen: Es wird tatsächlich mit jedem Tag einfacher. Und ich genieße diese neue "Freiheit", die ich dadurch gewinne, dass ich mein Handy und meinen Laptop zu Hause gelassen habe. Dabei kommt mir während ich offline bin der Gedanke: Ist es nicht eigentlich total absurd? So ein Telefon mit Internetzugang bringt ja unfassbar viele Freiheiten mit sich. Allerdings ist man irgendwann so daran gewöhnt, dass man sich dadurch im Umkehrschluss einschränkt. Verrückt...

2 comments

  1. Maj-Britt

    Liebe Vicky, ich finde, du triffst es auf den Punkt! Momentan bin ich in einer "Zukunftskrise". Bald Abi fertig und gefühlt alle Möglichkeiten - das macht unsicher! Social Media wohin man schaut... Ich fand es heute mega, dass du dich in dieser "perfekten" Welt ungeschminkt gezeigt hast. Eigentlich sollte das ja nichts Besonderes sein, aber irgendwie ist es das<3 Kompliment!

    Liebe Grüße,
    xxMaj-Britt

    https://majstatement.com/

    Antwort
    1. Vicky

      Ich hätte nicht gedacht, dass die paar Pickel so viel Resonanz bekommen. Aber ich freue mich, dass ich dazu beitragen kann, "Social Media" ein Stück weit auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, indem ich mich einfach nach der Ausreinigung zeige. Bin gespannt, für was du dich entscheidest 🙂 Ansonsten suchen wir in nächster Zeit sicher auch einen Prakti ;o)

      Antwort

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