Selfies sind unser Business

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Ich sitze an einem Tisch mit drei Leuten. Sie wissen, dass ich blogge und fangen an, sich über die Bloggerwelt auszulassen: "Hahaha, ich mache ab jetzt auch einen Blog und werde reich durch Selfies und ein bisschen Instagram!"

"Mach mal...!", denke ich mir und merke, wie es in mir brodelt. Ich bin mit meinen 27 inzwischen nicht mehr so hitzköpfig und unüberlegt wie ich es mit 19 war und gehe unnötigen Konflikten gerne mal aus dem Weg. Ist es mein verletzter Blogger-Stolz wert, hier nun eine Diskussion anzufachen?

Ich selbst kann mir zwar vorstellen, dass es für Aussenstehende sehr amüsant wirken muss, wenn eine Gruppe Blogger mit erhobenem Selfie-Stick das perfekte „Selfie-Licht" sucht und zwischendurch mehr über Instagramfilter gegrübelt wird als sich ernsthaft mit seinem Gegenüber auseinanderzusetzen.

Aber liebe alle da draussen, die nicht glauben mögen, dass eine Diskussion über das beste Paar Schuhe zu dem Blauton des Pools auch Arbeit ist: Selbst so etwas wie Selfies machen gehört zu unserem Job als Blogger und neben all dem Spaß, den wir dabei haben, verdienen wir auch noch Geld damit! Und wie es in allen Jobs so ist, muss man sich über bestimmte Dinge einfach mehr den Kopf zerbrechen.

Nichts desto trotz steckt jede Menge Arbeit dahinter, was in zahlreichen Beiträgen auf Blogs bereits ausführlich diskutiert wurde. Wie der Alltag eines Bloggers aussieht, habe ich bereits in einem Post für euch zusammengefasst.

Letzten Endes verkaufen Blogger ja eine Illusion. Die Illusion, dass das ganze Bloggerleben nur aus Kleidung, Schminke, Reisen und Sekt-Empfängen besteht und uns Arbeit komplett fremd ist. Ich denke mir also während ich diesem überheblichen Gerede zuhöre und mich für die Reaktion "nett lächeln und winken" entscheide: Wenn sich Leute genau darüber lustig machen, sind sie nicht so clever wie sie in dem Moment denken. Denn wenn es nicht bei ihnen ankommt, dass hinter jedem noch so spontan wirkendem Foto die Beine herunter à la "Ups, meine Designertasche ist mir genau für die Füße gefallen und der Inhalt perfekt arrangiert herausgepurzelt" jede Menge Arbeit, Kreativität und Strategie steckt / stecken kann, dann haben sie es eben nicht durchschaut und wir Blogger wiederum unseren Job richtig gut gemacht.

Das Zitat "Selfies sind unser Business" kommt übrigens von Leonie und selbst ich als Bloggerin musste herzhaft darüber lachen, danke für diesen Moment und die inspirierenden und anregenden Gespräche mit Dir und Laura ;-* Danke an Styleranking für die Bilder ♥

20 comments

  1. Denise

    Schöner Post! Ich denke wenn man nicht selber bloggt oder richtig bloggt wird man die Arbeit dahinter nie verstehen.

    Liebe grüße. <3

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  2. Anne

    ey sory du kannst mir nicht erzählen dass es harte arbeit ist rumzureisen und fotos zu machen, so’n quatsch ey

    Antwort
    1. Denise

      Reisen kann stressig sein, aber dass alleine ist nicht der Beruf. Es kann anstrengend sein die Bilder zu schießen, zu bearbeiten, den Text zu verfassen, in mehrere Sprachen zu übersetzen und dann unter all den Bloggern es soweit zu bringen, dass du davon leben kannst.
      Es ist Arbeit, ob sie hart ist oder nicht.

      Niemand zwingt dich einen Beruf zu haben, der dir zu anstrengend ist oder missfällt. Jeder darf für sich entscheiden, was seine Arbeit sein soll.

      Antwort
  3. marcus

    Well, I get your point but I still think that it's a job you love. and if you love something it's not really work, is it?

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    1. Esra

      whaaaaatt??
      I am sorry, but it SHOULD be so that each person loves her job...

      Working means to do something to achieve a result and to earn money with the results!!

      Only this!!
      Working doesn`t mean to hate what you do...
      Poor people :/

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  4. Ralf

    Sicherlich gibt es viele Blogger, die im bloggen und spamen das leicht verdiente Geld wittern. Modeblogs haben ihre Berechtigung da, wo die Oberflächlichkeit der Zeitschriften endet und der Tiefgang beginnen kann. Ich hätte mich auf eine solche leicht verdientes Geld und kann jeder Diskussion auch nicht eingelassen. Durchhaltevermögen und Motivation über Jahre gehören auch dazu. Und die Sehnsucht sich unbedingt zeigen und mitteilen zu wollen.

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  5. ColourClub

    Ein toller Beitrag! Ich habe meinen Blog seit ca. 4 Monaten gestartet. Mir war es überhaupt nicht bewusst, wieviel Arbeit eigentlich dahinten steckt. Ich habe Wirtschaft studiert und habe meinen Job als Wirtschaftsprüferen aufgegeben, weil ich Mutter von zwei Kindern gewoden bin und eine Arbeitswoche von 60 bis 70 Stunden nicht mehr in Frage kam. Da mich Mode immer interessiert und fasziniert hat, habe ich mich entschieden einen Blog von zu Hause aus zu schreiben. Ich merke es, dass viele um mich herum genau diese Einstellung, die du beschrieben hast, Bloggen gegenüber zeigen. Es ist viel Arbeit, auch wenn es Spaß macht, verzichtet man auf einiges. Man soll sich mit vielen Tool auskennen und Dinge, die hinter den schönen Fotos und den Reisen für die Leser nicht nachvollziehbar sind.
    Es ist mir aber egal, was solche Leute darüber denken, solange ich Spaß daran und die Unterstützung meiner Familie habe!
    Liebe Grüße und mach weiter so!
    Borislava von http://www.colourclub.at

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    1. Vicky

      ja, es ist auch egal aber wenn man unmittelbar am gespräch beteiligt ist, dann ist es schwierig sich dem zu entziehen

      Antwort
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