Über das Unvermögen das Leben zu genießen

jeans, denim, t-shirt, statement-shirt hut, mütze, schiffermütze, elbseglerWas ist, wenn die Antwort genau vor uns liegt und die ganze Zeit gelegen hat? Wenn wir bereits glücklich sein „dürfen“ ohne nach Besserem zu streben? Wenn das, was uns gut tut, bereits da ist? Vielleicht muss man sein altes Leben erst hinter sich lassen, um zu begreifen, dass vieles gut war – nur unsere Einstellung nicht.

SCHAUEN WIR MAL ZURÜCK...

Gab es nicht immer irgendetwas, mit dem ihr unzufrieden gewesen seid? Eine Lebens-Situation vielleicht oder etwas an eurem Aussehen? Ich hab’s immer angepackt. Wollte ich trainierter sein, bin ich zum Sport gegangen, wollte ich Reisen, habe ich diese geplant. War ich unglücklich in einer Art von zwischenmenschlicher Beziehung, habe ich mich der Konfrontation gestellt. Ich könnte nicht behaupten, dass ich zögerlich wäre, Dinge anzupacken. Aber ja, es gab irgendwie immer irgendetwas, das mich doch ein wenig unzufrieden gestimmt hat.

DAS ERREICHEN VON ZIELEN LÄSST UNS NICHT ANKOMMEN

Ich bin davon überzeugt, dass Ziele wichtig sind – das Vornehmen genauso wie das Umsetzen und ihr Erreichen. Mit der Zeit und mit jedem erreichten Etappenziel erkenne ich rückblickend aber, dass das Erreichen von Zielen nicht unbedingt das Gefühl des Ankommens mit sich zieht. Klar, eine kurzweilige Zufriedenheit oder das Gefühl von Glück. Danach kommt aber der Automatismus des Suchens nach einer neuen Aufgabe: Immer streben, nie genießen, immer nach vorne preschen, nie stehen bleiben und die Aussicht inhaliern. Nach Erklimmen des Gipfels schon wieder den nächsten Gipfel im Visier haben…

DIE UNRUHE LIEGT AN EINEM SELBST

Damals dachte ich, es würde an den Umständen liegen, dass ich diese Unruhe verspüre. Heute weiss ich: Es liegt an mir. An meinem Unvermögen, anzukommen und glücklich zu sein ohne das Streben nach mehr. Ja, das Gute kann direkt vor uns liegen. Und, verdammt, warum sind wir manchmal zu dumm, dies zu erkennen? Wir streben, wir sehnen uns, anstatt das Hier und Jetzt freundlich zu umarmen und dankbar zu sein. Vielleicht geht das ganze Leben, der ganze Weg, die ganze Unzufriedenheit und Unruhe darum, für sich zu begreifen, Dinge intensiv auf sich wirken zu lassen und sich selbst zu erlauben, durchzuatmen, innezuhalten und zu genießen. Vielleicht müssen wir lernen, dass es nie einen Optimal-Zustand geben wird, dass nach Erreichen von Ziel A automatisch Ziel B daraus resultiert. Es gibt kein "Ende" wie im Film, es geht immer weiter. Und so müssen wir anscheinend lernen, dass der ganze Weg genossen werden sollte, denn so etwas wie ein Ziel ist eine Illusion. Kennt ihr diese Unruhe und habt ihr einen Weg gefunden, euren Wunsch nach Veränderung zu zügeln oder anders damit umzugehen?

2 comments

  1. Sarah

    Hallo Vicky, was für ein schöner Beitrag zu einem Thema, das mir in letzter Zeit auch öfter im Kopf "herumspukt". Ich glaube, dass es der heutige Lifestyle einfach mit sich bringt, dass die Menschen immer rastloser und unfähiger werden, das Glück zu sehen und im hier und jetzt zu genießen. Wir haben so viele Möglichkeiten und Freiheiten, dass dies bei einigen zu einer "Starre" führt und zu dem Zwang, immer noch mehr zu wollen. Dabei wird vergessen, das Leben und Glück einfach dankend anzunehmen und wie du schreibst, den Weg zu genießen - vom einem Ziel zum nächsten. Mir hilft Yoga unglaublich dabei, meine Unruhe abzufangen. LG, Sarah

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  2. Mina_aeff

    Ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen. Ein Zuviel an Möglichkeiten bringt oft mehr Unruhe und Unzufriedenheit in das Leben.
    Ich glaub wirklich gerade in der heutigen Zeit, sollte man sich oft eine Auszeit für sich selbst nehmen, sei es auch nur ein kleiner Spaziergang, um sich de positiven Dinge, die man erreicht hat, ins Gedächtnis zu rufen!

    Was mir dazu einfällt ist ein Satz den Udo Jürgens wohl mal gesagt hat. "Ich habe mir viel mehr im Leben erhofft/erträumt, als das was ich erreicht habe und mehr erreicht als ich mir je erträumt hatte."

    So ist es doch oft?! Jeder hat Wünsche und Träume, aber oft erreicht man in einem ganz anderen Bereich, das schier Unmögliche. Leider ist es immer schwer Erfolge zu sehen, wenn sie nicht in dem erträumten Bereich liegen. Sonst wäre es ja ganz einfach, das Leben zu genießen 😊

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