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Tipps für die Zusammenarbeit mit Bloggern

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unternehmen mit bloggern zusammenarbeiten

Immer mehr Unternehmen kommen auf den Trichter, dass Blogger nicht nur die extravagant gekleideten Leute von der Straße und aus dem Internet sind. Nein, sie sind viel mehr! Marken nutzen sie für ihr Marketing und sehen sie inzwischen als wichtiges Instrument, um an ihrem Image zu arbeiten und Reichweite in einer Zielgruppe zu gewinnen, die uns Blogger als sehr authentisch und nahbar empfindet. Das ist der Idealfall. Einige Unternehmen möchten allerdings gerne mit uns zusammen arbeiten, haben aber viel zu sehr ihre Marketingdenke drauf. Sie buchen den Blogger und vergessen, dass er kein Testimonial oder Model ist, das man für ein paar hundert Euro (viele wollen die harte Arbeit natürlich gleich komplett for free...) beeinflussen und behandeln kann, wie es der Company eben so passt. Es kann so vieles richtig laufen bei der Zusammenarbeit mit Bloggern, aber eben auch extem viel schief. Ich habe Tipps für die Zusammenarbeit mit Bloggern für Unternehmen zusammengestellt und Beispiele aufgeführt, wie es lieber nicht laufen sollte.

NO GOs:

  • Den Blogger den ganzen Tag für die Vorhaben der Marke zu buchen, all die Reichweite in den sozialen Kanälen des Bloggers und des Blogs abgrasen und dafür (wenn überhaupt) nur sehr wenig bezahlen wollen bzw. an Gegenleistung nur das Nötigste aufwenden
  • Blogger für dumm zu verkaufen, indem gesagt wird: "Du bist auserwählt eines unserer Teile des Shops XY 30 % günstiger zu kaufen und auf deinem Blog vorzustellen". Geht's noch??!!
  • Den Blogger den ganzen Tag in einer anderen Stadt zu "beschäftigen" und dann bei der Spesenfrage bei 10 Euro zu sagen: Nö, zahlen wir nicht.
  • Zu sagen: "Du bist völlig frei im Testen der Produkte" und dann später dauernd penetrant einfließen zu lassen "Aaaber uns wäre wichtig, dass...".
  • Einen Blogger jeden Tag mit ellenlangen Mails und Telefonkonferenzen zu nerven! Sorry, hier muss ich echt nerven sagen. Die meisten Blogger bloggen nebenbei und können während ihrer normalen Arbeitszeit nicht ständig telefonieren oder kilometerlange Emails lesen, geschweige denn sie sofort beantworten.
  • Kontrollwahn! Lasst die Blogger doch einfach mal machen. Sie wissen schon, was sie tun und gerade das Ungeplante macht einen Blog und vor allem ein Video authentisch - vorher zurecht gelegte Sätze will keiner auf einem Blog sehen. Da muss man nicht ständig nachfragen, was genau für den Post bis ins kleinste Detail geplant ist. Schaut euch den Blog genau an, dann seht ihr, was ihr bekommt.
  • Vorzuschlagen, einen Sponsored Post zu schreiben und dann aber zu verbieten, diesen als Sponsored zu markieren. Das nennt man übrigens Schleichwerbung...

GOs: 

  • Fragt den Blogger, was er sich vorstellt, geht darauf ein und seid offen für den Blog. Jeder Blog ist individuell, davon wollt ihr ja profitieren. Deswegen hat jeder Blog auch seine eigene Art, Produkte zu inszenieren und seinen Lesern nahezubringen. Ich habe zum Beispiel einen sehr persönlichen Blog und nie einfach einen fremden Text ohne jeglichen Zusammenhang posten.
  • Habt Verständnis für verzögerte Antwortzeiten und wenn Telefonkonferenzen nicht unbedingt sofort und ausschweifend möglich sind, kommt dem Blogger entgegen. Mails können auch kurz gehalten werden und Telefonate ebenfalls 🙂
  • Vertrauen! Es muss eh nicht ständig wegen allem telefoniert werden, schon gar nicht, wenn am Telefon nur das wiederholt wird, was vorher per Mail bereits kommuniziert wurde.
  • Denkt daran, dass ihr eine positive Berichterstattung von dem Blogger wünscht. Das ist doch euer Ziel, oder? Nur weil ihr Produkte schickt und eventuell etwas Money springen lasst, heisst das noch lange nicht, dass nun ab sofort unfreundlich kommuniziert werden darf. Hier solltet ihr den journalistischen Aspekt eines Blogs beachten. Ihr wollt eine gute Berichterstattung, also sorgt dafür, dass der Blogger positives erlebt. Ansonsten kann das Projekt schnell umschlagen und der Blogger packt auf einmal ehrlich aus, wie doof es ist, mit euch zu arbeiten. Ups...
  • Bezahlt den Blogger angemessen! Ich gebe zu, dass ich immer viel zu schnell einlenke und dem Unternehmen entgegen komme. In letzter Zeit habe ich allerdings echt schlechte Erfahrungen gemacht und werde nun meine Konsequenzen daraus ziehen. Wenn ich einem Unternehmen finanziell mega entgegen komme, ich tageweise für das Projekt unterwegs bin und dann rumgemäkelt wird, weil ich eine Essensrechnung von zwölf Euro für mich UND meine Fotografin für einen ganzen Tag einreiche, dann fällt mir dazu leider gar nichts mehr ein... Üblicherweise müssten sich Blogger jede Erwähnung auf Instagram oder Facebook ebenfalls und zusätzlich bezahlen lassen, nur so by the Way... Das wird nämlich oft auch kostenlos verlangt.
  • Dem Blogger sollte z.B. bei Video- und Fotofreigaben, wenn er explizit darum bittet, entgegengekommen werden. Echt wahr: Mir wurde zugesichert, dass ich ein aufgenommenes Video vorher freigeben darf. Dann wollte ich etwas ändern und ich bekomme die Rückmeldung: Das Video war nur zur Ansicht und eine Änderung ist zu teuer... WHOAT?
  • Nutzt die Kompetenzen eines Bloggers. Ihr dürft gerne nachfragen, ob wir uns eure Page anschauen, sie bewerten und euch Blogger vorschlagen, mit denen ihr zusammenarbeiten könnt. Aber bezahlt dafür bitte. Echt schon passiert: "Kannst du Dir bitte unsere Seite anschauen und sagen wie Du sie findest? Wäre total cool!" Bezahlungen wären in diesem Fall auch total cool 😀 Lol...
  • Manchmal können Unternehmen kein Geld aufbringen, um Blogger zu zahlen. Das ist auch mal ok. Kommuniziert das offen und fragt, wie wir auf einen Nenner kommen können. Ich hatte mal ein Blogger-Event mit Kleidung, es gab keinen Gutschein und kein Goodie, das von Erwähnung wäre. Alle mussten die Kleidung wieder abgeben, nicht einmal ein Teil durfte behalten werden. Aber mit den Bloggern wurde natürlich ordentlich geworben und auch eine Berichterstattung war natürlich erwünscht. Außerdem wurde den ganzen Tag auf Instagram und den üblich verdächtigen Kanälen gepostet. Es gab zum Schluss einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro, wenn Du vorher für 100 Euro geshoppt hast... Alle Blogger vor Ort waren not amused, dann kann man sich so ein Event auch sparen.

 

Denkt daran, dass die Blogger untereinander sehr gut vernetzt sind und es sich schnell herum spricht, wenn Kooperationen nur auf den Vorteil der einen Seite ausgelegt sind. Auf lange Sicht wollen die großen Blogs dann sicher nicht mehr mit euch zusammenarbeiten. Und auf Events, die toll laufen, möchte jeder!

8 comments

  1. kathrynsky

    Wenn ich das mal so sagen darf, ich find du hast mit vielen Punkten recht und doch fehlt mir in dem Posting auch die andere Sicht. So liest sich das für mich ein wenig wie der Blogger ist König und den Spruch kenn ich glaub ich anders. Klar, man sollte sich seiner Reichweite bewusst sein, doch es wäre schön zu wissen, wenn man als Blogger nicht nur nehmen möchte, sondern genauso Interesse daran hat den Blog mit einzigartigen Themen zu befüllen ohne dafür immer das Argument zu nutzen, das der Vermieter auch bezahlt werden möchte. Sag ich aus Bloggersicht so – denn es ist ein Zusammenspiel, in dem Beide beteiligt sind.

  2. Sese

    Super Post und sehr hilfreich!
    Danke

    Seriöse Blogger sollten sich nicht herumschubsen lassen sondern für ihre Arbeit auch bezahlt werden. Sei es finanziell mit Geld oder mit kleinen Geschenken (Goodie Bags etc.)

    Lg
    Sese

  3. Katharina

    Toller Bericht und ich stimme dir da zu 100 % zu. Die ganze Zeit beim lesen hat bei mir der Kopf genickt. Es ist halt so, das viele Blogger am Anfang noch nicht genau wissen wie sie mit Firmen kooperieren sollen. Mir passieren auch noch viele Fehler….aber ich lerne daraus und versuche das beim nächsten mal zu ändern.

    Danke für diesen Bericht.

    Liebste Grüße

    Katharina von Katcherry

    http://www.katcherry.com

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