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Über Gefühle von heute und damals

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Wenn die Vergangenheit einen einholt. Wenn Gefühle aufbrodeln, die man längst vergessen hat. Wenn ein Ich zum Vorschein kommt, das ich dachte, hinter mir gelassen zu haben.

Wie ein fremdes Leben - so erscheint es mir, wenn ich an früher denke. An meine Kindheit, meine Schulzeit und die ersten Schritte in der Berufswelt. Unsicherheiten, fiese Mitschüler, doofe Lehrer, Trennungsschmerz, Teenie-Melancholie. All das ist lange her. Wenn ich daran zurück denke fühlt es sich an, als hätte mir jemand mal etwas darüber erzählt. So weit ist es weg. Doch was passiert, wenn wir Leute von damals wieder treffen? Vergangenheit und Gegenwart prallen aufeinander und ich fühle mich auf einmal wie das kleine, verlorene Mädchen von damals, das nach Anerkennung gesucht und die anderen Cliquen fast ein bisschen beneidet hat. Eben weil das kleine Mädchen immer schon anders war und ihren eigenen Weg ging. Sie hatte nie verstanden, dass sie anders dachte, andere Sachen wollte und anders empfand als die anderen Mädchen.

Bis jetzt war alles ok. Ich habe meinen Weg gefunden und gelernt, dass Anders-Sein auch gut sein kann. Bis jetzt war es mein Weg und ich habe nicht mehr viele Gedanken daran verschwendet, mir nicht mehr wie früher meinen Kopf zerbrochen. Doch plötzlich verschwimmen die Grenzen von früher und heute. Längst vergessene Menschen sind auf einmal wieder da. So wie früher… Nur eben heute. Und plötzlich bin ich das Mädchen von früher. Unsicher, verwirrt. Und obwohl ich immer schon anders drauf war, fühle ich mich auf einmal auch wieder „anders“.

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8 comments

  1. Anni

    Genau das ist der Grund warum ich es meide 'Leute von früher ' wieder zu sehen, ich mag es nicht mich wieder so zu fühlen wie damals. Wunderschön geschrieben! Und es freut mich zu hören das ich nicht alleine bin. Echt ein wenig unheimlich wie genau du diese Gemütslage auf den Punkt bringst. Ich liebe diese Posts!

    Liebe. Grüße Anni

    http://www.fashionhamburg.com

  2. Sofia

    Kenn ich nur zu gut dieses Gefühl. Und wenn man seinen Lieben von heute in einer mutigen Situation von früher erzählt ist da dieser ungläubige Blick der impliziert, dass sie sich das kaum vorstellen können dass man früher nicht zu den 'coolen Kids' gehört hat. Aber ich habe gelernt mit dem Treffen auf die Vergangenheit in einer bestimmten Art und Weise umzugehen: Stolz sein darauf, dass man sich nicht hat unterkriegen lassen, darauf, dass man in den Spiegel gucken kann und sagen kann, dass was ich tue, beruflich und privat, macht mich glücklich und das obwohl ich es nicht immer geglaubt habe dass es einmal soweit kommt.
    Sehr schöner ehrlicher Post! Danke dafür!

  3. Mein Senf

    Ich bin auch verwirrt. Einerseits inszenierst du dich als das "Mädchen [, dass] immer schon anders war und ihren eigenen Weg ging", auf der anderen Seite gibts du ja sogar zu, dich an den großen Cliquen orientiert zu haben. Das ist übrigens alles andere als selten. Im Kern konservative Menschen sehnen sich nach Anerkennung im Mainstream und deuten ein Versagen dann instinktiv in ihrem einzigartigen Charakter um - das ist nichts anderes als ein euphemistischer Schutzinstink, aber beileibe kein Grund, hier öffentlich deine Andersartigkeit und Besonderheit abzufeiern.

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