Outfit

Herbst-Karo und wie ich mit Trauer umgehe

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Wie ihr evtl. schon mitbekommen habt, ist Freitag mein Frettchen eingeschläfert worden. In diesem Post habe ich darüber geschrieben.

Wie gehe ich mit meiner Trauer um?

Weinen, weinen, weinen! Weinen hilft, da bin ich mir sicher. Am Anfang konnte ich es gar nicht stoppen. Die ersten 20 Stunden habe ich überall und nonstop geweint. Beim Essen, beim Putzen, beim Einkaufen, auf dem Klo, überall kamen mir die Tränen. Aber das ist wohl der erste Schritt der Trauer. Weint euch aus, das befreit. Eine Leserin hat etwas süßes geschrieben: "Jede Träne steht für ein schönes Erlebnis, das ihr zusammen erlebt habt."

Erlaubt euch selbst das Trauern. Ich war am ersten Abend und Morgen zum Beispiel alleine. Aber genau das war für mich gut. Ich konnte weinen und schreien ohne denken zu müssen, ich könnte damit jemanden stören oder müsste sogar selbst trösten, weil andere evtl. auch traurig sein könnten.

Wenn ihr dazu bereit seid, räumt zeitnah die Sachen des Tieres weg. Das hat mir im ersten Schritt sehr geholfen. Nicht dauernd die leeren Näpfe und das leere Körbchen sehen zu müssen ist eine Befreiung. Ich habe die alten Schlaftücher und Toiletten weggeworfen. Sachen wie die Transportbox und die Näpfe kommen in den Keller. Weg damit aus dem Sichtfeld!

Macht Sport! Ich habe gemerkt, dass sich die Tränen quasi in Kraft umgewandelt haben. In den Momenten, in denen mir zu heulen zumute war, habe ich umso kräftiger in die Pedalen getreten. Danach ging es mir schon etwas besser.

Macht euch fertig, schminkt euch, geht raus auf Märkte, in die Stadt, unter Leute, bummeln. Macht was, sodass eure Gedanken nicht ständig um das eine Thema kreisen. Trefft euch mit Freunden und sagt ihnen: Lasst uns bitte nicht nonstop über das Thema reden, lenkt mich bitte ab. Gute Freunde tun euch diesen Gefallen.

Schnell merkt ihr, dass der Verlust zwar nach wie vor sehr groß ist, aber dass sich die Welt weiterdreht. Das klingt jetzt sehr dramatisch aber in den ersten Stunden ist der Schmerz fast unerträglich. Wenn ihr dann darüber sprechen wollt, sprecht darüber. Habt keine Angst, andere damit zu nerven. Ihr müsst jetzt an euch denken und damit klar kommen und versuchen, möglichst gut damit umzugehen.

Fast drei Tage später sitze ich hier nun immerhin mit trockenen Augen. Das ist schon einmal gut. Denn vorher liefen die Tränen so automatisch wie meine Atmung. Ich bin immer noch nicht bester Laune, klar. Aber Ablenkung, Sport und viel Schlaf sind gute Maßnahmen, um schnell wieder einigermaßen klar zu kommen.

Was man nach dem Tod eines Tieres wirklich nicht hören will

Es gibt viele tolle Menschen da draussen, auch euch, die passende Worte finden. Ich habe in eine Facebook-Frettchen-Gruppe, auf meinem Blog und sogar auf Youtube darüber geschrieben und geredet (auch Schreiben hilft übrigens sehr). Freunde haben ebenfalls ganz tolle und tröstende Worte gefunden. Aber natürlich gibt es auch in Trauerphasen diese absolut unempathischen Experten, die absolut nicht verstehen, worum es gerade geht und Sprüche raushauen, die trösten sollen, aber sich wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen. Meine Top 3 der absoluten Geht-Gar-Nicht-Fragen sind:   

"Geht's dir denn gut?" -"Wie soll es mir bitte gehen?? Super, natürlich! Mein Haustier ist gerade gestorben, ich schmeiße jetzt 'ne Party, kommst Du auch?" ARGH!
"Er war aber schon alt, oder?" -"Oh, stimmt, da hast Du Recht. Na, dann ist es natürlich nicht so schlimm..." Hö??
"Holst Du Dir dir bald ein neues Frettchen?" -"Hey, fragst Du auch gleich nach 'nem neuen Freund, wenn Dein Kumpel gestorben ist??" Und Tiere sind wirklich Freunde, deswegen ist es mir auch nicht zu doof so darauf zu antworten.

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Und weil es wie oben gesagt einfach weitergehen muss, kommt heute schon wieder ein neues Outfit. Das Lächeln ist gerade nicht meine Stärke, deswegen schaue ich hier etwas ernst. In Gedenken an Butzemann habe ich meine Brille nun übrigens "Butzi-Brille" getauft und sie heute aufgesetzt. Passend zu meiner Stimmung verabschiedet sich gerade auch der Sommer und die Natur bereitet sich auf die kalte Jahreszeit vor. Neu in meinem Kleiderschrank ist dieses Hemdkleid mit Karos, das richtig schön weit geschnitten ist und reichlich Platz für doppelte Strumpfhosen und Nierenwärmer bietet, was ich im Winter gerne mal trage. Außerdem hat es zwei Eingriffstaschen an den Seiten. Für mich ist es zusammen mit dem flauschigen Cardigan, den ihr ja schon aus letzten Posts kennt, das perfekte Outfit für die folgenden Nicht-Lieblings-Jahreszeiten.

Cardigan - Monki
Dress - Monki
Shoes - Vagabond
Glasses - Asos*
Necklace, short - Madeleine Issing*
Necklace, long - I Am*
Socks - H&M

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*Seit September 2014 markiere ich alle Artikel, die mir kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden, mit einem "*". Diese Markierung hat nichts mit der Begrifflichkeit "Sponsored Post" zu tun. Dieser unterscheidet sich darin, dass hier eine Bezahlung stattfindet. Diese markiere ich wie gesetzlich vorgeschrieben. Ich möchte damit für mehr Transparenz für euch sorgen.

9 comments

  1. Kucki

    Das Outfit würde ich genauso auch anziehen. Gefällt mir richtig gut. Schätze, ich muss mal wieder zu Monki.
    Zum Thema "Sprüche, die man nicht hören möchte". Ich kann deinen Unmut verstehen aber behalte im Hinterkopf, dass manche Menschen mit so einer Situation nicht so gut umgehen können. Sie meinen das sicherlich nicht böse, sondern sind vielleicht einfach nur unsicher.

  2. Sina

    Hi Vicky,
    finde gaaanz toll dass du hier sagst du würdest Nierenwärmer tragen...ich trag die auch und ich werd oft bissl geneckt damit 😉 aber ich find die Teile total super, da is immer alles schön warm und gut eingepackt!
    Nierenwärmer sollten gepusht werden... vielleicht stellst du deine Modelle mal vor?!? Hihi, nur Spaß! Dein Blog ist echt super und ich liebe es, dass du so offen bist, auch mit negativen Emotionen! Viel Kraft für die nächste Zeit, du machst das schon alles richtig!
    Liebste Grüße <3

  3. beccs@ruhrstyle

    Liebe Vicky,

    ich verbringe heute schon eine ganze Weile mit dem Lesen deiner Posts... zu diesem hier: Ich kann deine Trauer voll und ganz nachvollziehen. Ich habe vor einiger Zeit einen meiner treuen Hunde verloren und es tat unheimlich weh. Für viele waren meine Tränen nicht nachvollziehbar und als ich dann auch noch einige 100 Euro in eine Urne investiert habe, wars mit dem Verständnis ganz vorbei...

    Zu deinem Outfit: Richtig geil!

    Allgemein: Dein Blog ist richtig gut! Deine Beiträge wirken authentisch und nicht perfektioniert... was mir bei einigen anderen Blogs tierisch auf den Sack geht 🙂
    Umso mehr habe ich mich nun beim stöbern gewundert, dass unter manchen deiner Beiträge nicht mehr Kommentare stehen. Schaue ich auf andere "große" Blogs, deren Beiträge ich persönlich oft als inhaltslos empfinde (man mag mich dafür auseinander nehmen), und darunter stehen teilweise 30, 40 oder 70 Kommentare, wundert mich dies umso mehr.
    Nunja, ich hoffe du bleibst dennoch bei deinem äußerst sympathischen Stil und wirst nicht, wie in einem deiner anderen Post so nett beschrieben, zur Like-Hure ( übrigens, geiler Neologismus). Es gibt zum Glück auch Leser, die auf Inhalt setzen und ich finde du kombinierst gehaltvolle Texte mit tollen Outfits sehr gut. Wer nur Glamour und Co möchte, kann sich doch die Vogue kaufen. Sorry an alle, die diese Meinung nicht teilen...

    Viele Grüße
    Beccs

    1. Vicky

      Hey Liebes,

      danke für Deinen ausführlichen Kommentar, das mit Deinem Doggy tut mir Leid. Das muss unwahrscheinlich weh getan haben 🙁

      Danke auch für die lieben Worte zu meinem Blog. Das mit den Kommentaren ist ein Phänomen, das ich auch schon seit langem beobachte. Bei einigen Posts habe ich mega viele, so wie bei dem letzten Sonntags-Beitrag. Aber ich finde es auch krass, dass manche Blogs echt fast 100 Kommis haben. Ich kann Dir nicht sagen, woran das liegt. Meine Posts werden mehrere Tausend mal pro Tag geklickt. Aber evtl. habe ich einfach eine andere Zielgruppe als diese ganze (wie von Dir oben erwähnt) "Alles ist hübsch"-Blogs. Und diese Leute kommentieren evtl. nicht so viel 😀

      GLG, Vicky

  4. beccs@ruhrstyle

    Vielleicht muss man bei deinen posts auch zwischendurch mal nachdenken-das kommt nicht überall an 🙂 Ohne dies böse zu meinen!!! Aber ich habe das Gefühl, manche wollen sich lieber von simpler Kost berieseln lassen und wenns dazu noch nette fette Photoshop Photos gibt-Yeah! (Natürlich benutze ich auch ab und an Photoshop)

    Ich blogge erst seit kurzen und meine Texte sind eigentlich immer zum nachdenken, da ich ein sehr nachdenklicher Mensch bin und mein Blog dazu da ist meine Gedanken festzuhalten. Ich bin gespannt wie es sich weiter entwickelt.

    Liebe Vicky, ich hoffe wirklich das noch mehr Leute zeigen, dass sie deine Arbeit zu schätzen wissen indem sie dir dies durch Kommentare mitteilen.

    Vielleicht kommste ja irgendwann ma bei misch bei (ums auf Ruhrpottdeutsch zu sagen) und liest etwas von mir... mein liebster Post von mir: Where is the good in goodbye?
    Ich würd mich freuen...

    Und sei dir sicher...Ich verfolge deine Posts gerne und werde auch gerne kommentieren 🙂

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