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Sorry, Berlin!

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Bisher war ich immer ein großer Berlin-Fan. Ich war mir absolut sicher, dass ich hier einmal wohnen und leben werde. Seit gestern ist aber alles irgendwie anders. Doch nun erst einmal von vorn…

Freitag bin ich von Hamburg nach Berlin gefahren, um mir Abends einen Boxkampf im Rahmen eines Presse-Events von Zign anzusehen. Alles wie immer: Ich setze mich in den Zug, komme an, fahre ins Hotel, mache mich fertig, fahre zum Event, nehme ein paar Drinks, unterhalte mich mit bekannten und neuen Gesichtern, fahre zurück zum Hotel und schlafe nach nicht einmal einer Folge von irgendetwas ein.

Ich kann mich allgemein gar nicht daran erinnern, einfach nur so hier in Berlin gewesen zu sein, um mir just for fun meine Zeit zu vertreiben. Nach dem Ankommen bin ich immer direkt zu meinen Terminen gefahren und habe die Stadt relativ zeitnah wieder verlassen. Und trotz Aufträgen oder Job-Terminen, war jedes Mal total geflasht von unserer Hauptstadt. Von der Mode mal ganz abgesehen.

Samstag hatte ich dann tatsächlich einfach mal Zeit. Es ging nicht wie gewohnt direkt weiter oder zurück nach Hamburg. Das nächste Event stand nämlich erst Sonntag (also heute) bevor. Auf den Samstag habe ich mich total gefreut. Vorab bin ich in meiner Fantasie schon gemütlich durch die Stadt gebummelt und habe mich treiben lassen von inspirierenden Menschen und dem Berliner-Flaire eben.

Aber dann kam eben der besagte Tag tatsächlich, sprich: gestern.
Ich hatte kein Ziel vor Augen gehabt, ich habe nicht gehetzt. Ich konnte mir die Stadt viel intensiver ansehen und genauer beobachten. Auf einmal habe ich aber Dinge wahrgenommen, für die ich vorher wohl blind gewesen sein muss. Anders kann ich es mir nicht erklären. Denn ich bin mir sicher: Die Stadt hat sich nicht auf einmal verändert. Wäre ja auch kompletter Bullshit! Ich habe dieses Mal einfach die Zeit mitgebracht, genauer hinzusehen. Ich habe all diese Menschen gesehen, die total hektisch fast schon umher rennen und größtenteils einfach nur aggro sind. Ich habe dieses dröhnende Hupen am Ku’damm gehört, das wie ein lästiges Piepen nicht mehr aus meinem Ohr verschwinden wollte. Und auch nach dem zehnten Anrempeln von irgendwelchen Leuten, die nun unbedingt genau vor meinen Füßen ihren Weg ändern wollten, zählte ich immer noch mit. Und meine Laune? Tja, die näherte sich ziemlich bald dem Nullpunkt. Ich war tatsächlich irgendwann so genervt, dass ich mir laut fluchend selbst total auf den Keks gegangen bin.

Was zur Hölle war passiert? Ich bin immer noch total entsetzt, dass mein heiliges Berlin, die Stadt, die ich immer so hoch gelobt habe, in der ich irgendwann einmal wohnen wollte, mir auf einmal sein scheinbar hässlichstes Gesicht gezeigt hat. Die Bauten, die immer schon groß und grau waren, sind auf einmal nicht mehr imposant gewesen, sondern kalte Klötze, die die Seele der Stadt widerspiegeln.

Sorry, Berlin. Vielleicht hast Du mich auf dem falschen Fuß erwischt. Vielleicht hatte ich auch einfach zu wenig Koffein intus. Aber dieses Mal habe ich deine nicht so schöne Seite gesehen. Um ehrlich zu sein, hat mir diese Seite gar nicht gefallen. Hoffentlich bist Du nächstes Mal wieder freundlicher.

27 comments

  1. Jana

    Ja, den Ku'damm sollte man samstags eher meiden,lieber unter der Woche. Für Sich-Treiben-Lassen sind die üblichen Bezirke wie Kreuzberg,Friedrichshain,Prenzlauerberg aber auch Wedding wunderbar.Das spiegelt Berlin viel eher wider...

  2. Maike

    Leider ergeht es mir da so wie dir. Die Stadt fühlt sich schon lange nicht mehr nach Heimat an für mich. Die Veränderungen haben ihre negativen Spuren hinterlassen. Ich versuche in jeder freien Minute zu flüchten. Ich spare also fleißig für ein Häuschen im grünen und ruhigen Brandenburg;)

  3. Sabine

    Ich muss sagen, ich war erst ein Mal in Berlin und es hat mir dort nicht gefallen. Für mich fehlt der Stadt eine Seele, etwas Einladendes. Vielleicht verbessert sich mein Eindruck beim nächsten Mal...

  4. Beauty Ressort

    Tja, du sprichst mir aus der Seele! Immer wieder höre ich es, "du kommst aus Berlin - wow, dort ist es doch so aufregend und nie langweilig und modisch und trendy und und und"...Ja, das ist es, aber es ist auch laut, sehr laut sogar und dreckig und hektisch und die Menschen sind egoistisch und voll ist es hier auch. Du hast Berlin also mal von der, ich würde sagen "echten" Seite gesehen. Ich bin froh, nicht mehr inmitten der City zu wohnen sondern etwas ausserhalb. So habe ich Ruhe und kann dennoch die bunten und lauten Seiten Berlins genießen, wann immer ich will.

  5. Ricarda

    Oh, ich versteh dich gut. Ich wohne ja mittlerweile 5 Jahre in Berlin und seit etwa einem Jahr habe ich nun auch wirklich genug. Die Menschen sind, wenn sie nicht gestresst oder unhöflich sind, ziemlich ignorant. Bei 3 Unfällen und unzähligen Koffern und Fahrrädern, die ich selbst kaum die Treppen hochgeschleppt bekommen habe, wurde mir niemals geholfen, sondern immer nur angefeindet. "Ey, steh mal nich im Weg rum, ja?" Ähm, ich LIEGE auf meinem GESICHT, weil mich irgend ein Idiot im Gedränge die Treppen runtergeschubst hat.

    Aber weil ich noch ein paar gute Freunde in der Stadt habe, fällt mir das Umziehen schwer. Sonst wäre ich wahrscheinlich schon dauerhaft wieder in Hannover. Allerdings wohne ich mehr oder weniger seit August auch wieder in der Heimat. Vor nächstem Jahr wird sich das auch nicht ändern.

    Berlin findet sich selbst zu geil und ist dabei so überladen, unerfolgreich und uninteressant, dass es kaum auszuhalten ist. Ich glaube, zum Besuchen macht die Stadt doch mehr Sinn, als dort auf Dauer zu leben. Eine Familie würde ich in Berlin nicht gründen wollen 😉

    War schön, dich gestern mal wieder zu sehen! Hoffentlich bis bald! :*

  6. John

    ich bin in Berlin aufgewachsen und habe einen Job in dem ich täglich mit einer noch schlimmeren Seite von Berlin konfrontiert werde. Eine Zeit lang habe ich es gehasst. Vielleicht hat sich aber jetzt meine Sicht geändert, denn ohne geht es einfach nicht mehr. Klar mist gibt es an jeder Ecke und ganz sicher ist auch die Tagesform nicht unwichtig, aber Spaß kann man allemal haben und das egal wofür man sich interessiert oder wie viel Geld man in die Hand nimmt.

    Ich hoffe du gibst Berlin noch eine Chance und wirst dann nicht enttäuscht

    Lg

  7. Jasmin

    LOL! So ist es hier eben. Man lernt aber mit der Zeit, damit umzugehen oder genauer gesagt, „es zu umgehen“, dieses hässliche Berlin. Ich glaube, du findest kaum einen (Wahl)-Berliner, der sagt: Ich liebe Berlin! Die meisten Menschen, die ich kenne, beschreiben ihr Verhältnis zur Stadt ebenso wie ich als Hass-Liebe. Und ich glaube, das ist genau das, was die alte Dame ausmacht. Sie kann ein echtes Arschloch sein, aber wenn man mal ein paar Tage woanders war, hält sie bei deiner Rückkehr ihre fetten Arme auf und drückt dich fest an ihren schwitzigen Busen. Ja, ich hab’s geschrieben! Das ist Berlin, immer noch anders, nicht immer geil, aber Berlin. Ich hass-liebe es!
    LG, Jasmin

  8. Mauri

    Das lag nicht an Berlin, ganz sicher! Das nächste Mal sagst du Bescheid und wir gehen 'nen Kaffee trinken. Ich zeig dir die schönen Ecken, fernab vom Ku'damm! :))

  9. Ka

    Ku'damm am Samstag ist wirklich nicht die entspannteste Seite von Berlin! 😉
    Ich war schon so oft allein zum Zeitvertreib dort, weil ich dort immer Freundinnen besucht und sozusagen Urlaub gemacht hab. Wenn ich daran denke, denke ich an Shoppingglück, tanzen gehen, in der Sonne sitzen, entspannt irgendwo ein Bier trinken. Aber es ist eben auch groß und ruppig. Ich fahr gerne hin, aber ich fahr auch gerne wieder zurück nach Hamburg! 🙂

  10. Ruth

    Ich war jetzt ein paar Male in Berlin und irgendwie war es mir zu groß, zu unpersönlich.
    Vielleicht bin ich auch einfach zu hamburg für Berlin.
    Dafür fand ich Dresden wunderschön, dort würde ich auch hinziehen, wenn auch nur auf Zeit, denn in Hamburg ist es einfach am schönsten!
    Liebe Grüße
    Ruth

  11. Kristin

    Ich liebe ,mein Berlin. Ich bin vor 4 Jahren hergezogen und bereue nichts 🙂 Aber ich habe mich auch für einen Bezirk in Südberlin entschieden. 🙂
    Als Tourist sieht man Städte aber immer anders, als sie wirklich sind. ^^

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I have always loved being here, in Berlin, always knowing that I'm gonna live here one day.
But yesterday something weird happened. Let me start from the beginning…

Last Friday I was traveling from Hamburg to Berlin to check out some PR event. So far, everything was normal- I got onto my train, drove to the hotel, got ready for the event, had some drinks, saw new and well-known faces, drove back to the hotel and fell asleep after one episode of some TV show.
I can’t remember being in Berlin just for fun, just doing nothing. After my arrival I usually went to some event. And every time I loved being in the capital.
On Saturday, I had the whole day for myself. I was really looking forward to it, doing nothing, just watching people and breathing in the Berlin-flair.

But then something strange happened. I wasn't agitating, didn’t have anything to be. I was just able to get to know the city a little better.
Suddenly I realized things about Berlin I've never seen before. Of course the city didn't change all of a sudden. I simply had time to have a closer look.
But all I saw were stressed and aggressive people, who didn't stop honking and yelling at each other. No wonder I suddenly was in such a bad mood.
At some point I realized that I started being aggressive myself, and I really hated me for that.

But what the hell happened? I'm still devastated- my "big love" Berlin, the city, that I always liked so much, that I wanted to move to at some point, suddenly showed its ugly face. The buildings that used to be so big and overwhelming didn't seem that impressive anymore- they turned into cold boxes, like a mirror of the city's cold soul.
Sorry Berlin. Maybe it just wasn't our day. Maybe I didn't have enough caffein. But this time I saw your ugly side. And to be honest, I did not like that side at all. I really hope that you're friendlier next time.

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