Diary

Shopping-Drang

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Vor einigen Jahren war ich immer auf der Jagd. Ich wollte Sachen tragen, die die anderen erst in zwei Jahren tragen würden. Dabei ging es mir nicht unbedingt um teure Dinge, sondern einfach um Stylings, die noch niemand anderes vor mir auf der Straße getragen hat.

Zu dieser Zeit habe ich auch keinen klaren Gedanken mehr fassen können, wenn ich ein Teil gesehen habe, das ich unbedingt haben wollte. Ich musste es einfach kaufen. Konnte ich es mir nicht leisten, hatte ich tatsächlich miese Laune.

Und heute? Shoppen gehe ich eher selten. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Bloggerin einiges zugeschickt bekomme. Vielleicht spielt auch mein Freund eine Rolle: Der wird nämlich sauer, wenn ich zu viel Geld für Kleidung ausgebe. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich ausgeglichener bin. Hat Unausgeglichenheit im Leben etwas damit zu tun, dass man sich Ersatzbefriedigungen sucht?

Und je länger ich in der "Mode" arbeite, desto mehr gehen mir auch die Leute auf den Keks, die sich einfach nur nach aktuellen Trends kleiden. Zynisch, ich weiss. Und das Ironische: Wenn ich mir meine Bilder ansehe, sehe ich natürlich oft Parallelen zu aktuellen Trends. Aber trotzdem habe ich nicht das Gefühl, ich muss da ganz vorne mitmischen und ich habe nicht so wie früher diesen Drang, meine Freizeit mit Shoppen verbringen zu müssen. Ich trage einfach Dinge, in denen ich  mich wohl fühle und versuche alte Sachen neu zu kombinieren. Vielleicht hat sich auch einfach die Erkenntnis in meinem Kopf verankert, dass es viel wichtiger ist, wie man etwas trägt – wichtiger als das, was jemand trägt.

8 comments

  1. Kristina Gödert

    Ich entwerfe Mode, wenn auch in einem kleinem Rahmen, und mir geht es genauso.
    Mit einem Vintage Shop gestartet, habe ich vor 4 Jahren an Trendsetter die 90er Jahre Sachen verkauft, die heute die Läden füllen.
    Ich habe ebenfalls keine Lust mehr der Fast Fashion Industrie jede Woche neue "Micro Trends" abzukaufen. Nachhaltigkeit und Qualität sind mir wichtiger geworden. Ich bin allerdings auch schon 31 😉

  2. Ariane

    Sehr gesunde Einstellung 🙂 Ich denke auch, dass es wichtig ist, Dinge zu kaufen, die dem eigenen Stil entsprechen und nicht einfach nur Trends hinterherzujagen. Denn Trends gehen schnell wieder vorbei und man muss sich neu eindecken. Wer aber einen eigenen Stil entwickelt und nur die Dinge kauft, die ihm/ihr wirklich gefallen und dem eigenen Stil entsprechen, der kann die eigenen Klamotten endlos tragen, denn sie kommen nie aus der Mode 🙂

  3. Lary

    Ich arbeite auch in der Modebranche und mir geht es ähnlich. Mir gefällt fast nichts mehr in den Läden. Alle haben am Ende doch das gleiche da hängen und es wiederholt sich fast jedes Jahr aufs neue. Das langweilt mich. Wenn ich mir jetzt ein Teil kaufe versuche ich mir immer erst die Frage zu stellen, was dieses Teil überhaupt für mich tut und ob es etwas tut.

    Liebe Grüße,
    Lary
    http://www.lary-tales.blogspot.de

  4. Ana

    Ich bin da ganz bei dir!ungern stürzte ich bin in die übervollen Geschäfte.
    Aber nach dem Kauf von etwas schönem geht es mit regelrecht besser. Schlimm wie man sich dem Materialismus hingibt. Aber wenn es doch hilft? Wie nachhaltig der Konsum ist, ist fragwürdig. Mich hält es nicht lange zufrieden. Doch der kurze "Rausch" ists anscheined immer wieder Wert. Es kommt mir vor als würde man sich selbst was vormogeln.
    diesem "Shopping Drang" auszuweichen ist zeitintensiver und anstrengender als gedacht. Fast wie eine mini Therapie. "Altes" neu zu kombinieren... Eine kleine Kunst. Amen.

  5. Alina

    Ich war zwei Jahre in der "Modebranche" tätig, davor hatte ich nicht wirklich etwas mit Mode am Hut aber ich muss gestehen,diese zwei Jahre haben mir wirklich die Augen geöffnet. Es ist leider wirklich genauso wie du sagst... Leute kaufen und kaufen, nicht weil sie die Dinge mögen, sondern weil es "Trend" ist und es jeder trägt. Vielen denken sich gar nichts dabei sondern werfen ihr Geld einfach weg.

    Ich was einige Zeit genauso, vor allem am Anfang aber ich habe zum Glück schon bald gemerkt, dass da etwas gewaltig schief läuft. Nun kaufe ich zwar weniger, ich achte aber mehr darauf was ich kaufe und dass ich mehr auf einem Teil machen kann.

    Wunderbarer Beitrag <3

    1. Vicky

      Mit einer gesunden Einstellung zur Mode und zum Konsum hat man als Individuum auch tatsächlich am meisten davon.

  6. Rike

    Ich finde bei dir sieht man auch, dass du dich nicht ausschließlich nach Trends richtest. Zwar entdeckt man Parellelen, aber da steckt immernoch ganz viel persönlicher Stil mit drin. 🙂
    Ich mag es tatsächlich auch nicht, wenn man alle zwei Wochen 100€ oder mehr bei Zara lässt, um möglichst alles mitzumachen.

    Liebst,
    Rike

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