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Wie wird man Moderedakteurin?

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wie-wird-man-mode-redakteurinIn einer Moderedaktion arbeiten, Texte schreiben, auf Events gehen – davon träumen viele. Ich habe vor einiger Zeit bereits kurz etwas zu meinem Job in der Mode geschrieben. Ihr habt euch einen ausführlicheren Beitrag dazu gewünscht. Da ich inzwischen Mode-Redakteurin bin, sehe ich das als einen schönen Anlass, um euch diesen Wunsch zu erfüllen. Also, wie wird man eigentlich Mode-Redakteurin?

Wie ihr vielleicht schon wisst, habe ich vorher Modejournalismus studiert, Praktika in Moderedaktionen absolviert, sowie eine Redaktions-Assistenz abgeschlossen. Vor ein paar Monaten kam dann das Job-Angebot als Moderedakteurin bei einem großen Online-Frauenmagazin. Da ich die Jahre zuvor den Blog mit sehr viel Ehrgeiz und Liebe aber eben irgendwie auch nur nebenbei geführt habe, war für mich klar: Fulltime möchte ich erst einmal nicht mehr angestellt sein.

Nun arbeite ich seit August eben den halben Tag als Moderedakteurin im Online-Bereich und die ändere Hälfte des Tages blogge ich. Für mich zwei Jobs, die ich liebe in einer perfekten Balance. Das klingt nun alles mega easy, so als ob ich das ohne Anstrengung erreicht hätte. Aber dahinter steckt vor allem: Selbstbewusst, Disziplin und Flexibilität.

Ich gebe euch heute Tipps und teile mit euch meinen Werdegang in der Modebranche. Doch wenn ihr diesen Weg auch gehen wollt, dann seid fleissig und denkt nicht, dass jemand auf euch warten würde. Diesen Job wollen nämlich viele junge und talentierte Frauen und Männer ausüben.

Ich habe nun das Glück, bei einem namhaften Magazin arbeiten zu dürfen. Doch wie genau kommt man dazu?

Blog:

Mit dem Blog fing ja erst alles bei mir an! Bereits mit 14 wusste ich, dass ich in Richtung Journalismus gehen möchte, habe eine Schülerzeitung geführt und mich dann nach dem Abi direkt für Praktika bei Radiosendern beworben. Ich bin ein Jahr bei unterschiedlichen Sendern geblieben und habe wirklich unheimlich viel gelernt. Bereits hier musste man Ausdauer beweisen: Nachtschichten, Morning Show (um 3 Uhr aufstehen) und absolut selsbtbständiges Arbeiten wurden abverlangt. Also nichts für jemanden, der gerne mitläuft. Hier musste ich oft über meinen Schatten springen und konnte so erste wertvolle Berufserfahrungen sammeln. Zu meinen Haupt-Aufgaben gehörten: Töne von Passanten einholen, die Aufnahmen sendefertig schneiden, Konzertberichte und Moderationen schreiben, Recherche-Aufgaben, VIP-News schreiben. Durch diese Praktika kam ich dann durch Zufall zu meiner Ausbildung (damals Werbe-Kauffrau), die ich ebenfalls bei den Radiosendern absolviert habe, da sie dort gerade jemanden gesucht haben. Ich wurde nach meinem Abschluss im Marketing als Projekt-Managerin übernommen und habe dann parallel ebenfalls für die Sender meinen Blog gestartet. Der Blog lief also im ersten Step nur über die Sender-Homepage. Das ist nun fast genau fünf Jahre her. Dieser erste Schritt ist natürlich nicht unbedingt notwendig, um dann zu einem Job in einer Mode-Redaktion zu kommen. Aber wie so oft ist der Weg das Ziel und hier habe ich nach der Schule meine ersten Redaktionserfahrungen sammeln können, was euch im späteren Leben eigentlich nur von Nutzen sein kann.

Studium:

Während des Jobs (oben beshrieben) habe ich gemerkt, dass mich der Mode-Journalismus total reizt. Vorher war mir das gar kein Begriff. Deswegen habe ich mich schlau gemacht, wie man sich in diesem speziellem Gebiet fortbilden kann. Ich bin ziemlich schnell über das Angebot "Mode-Journalismus und Medienkommunikation" gestolpert, was mich total angesprochen hat, habe mich beworben und wurde genommen. Meine Marketing-Karriere habe ich dann erst einmal an den Nagel gehängt und angefangen Mode-Journalismus und Medienkommunikation zu studieren (bzw. handelt es sich hierbei offiziell um eine berufliche Ausbildung. Inzwischen könnt ihr parallel aber auch euren Bachelor machen). Während des "Studiums" habe ich tolle Kontakte in der Branche machen können.

 

 

Praktika:

Im Rahmen des Studiums habe ich ein Pflicht-Praktikum bei einem Magazin gemacht. Hier habe ich sehr schnell gemerkt, dass das Arbeiten in der Redaktion total viel Spaß macht und die Aufgaben eine super Ergänzung zu meiner Arbeit als Bloggerin waren. Außerdem war ich noch bei einem anderen Magazin, was journalistisch für mich auch super spannend gewesen ist. Letzten Endes habe ich durch meinen Einsatz als Praktikantin einen Assistenz-Job angeboten bekommen, was in der Regel auf ein Studium folgt, damit ihr euren Weg zum Redakteur ebnen könnt.

Assistenz:

Mode-Assistenz – Was genau ist das denn eigentlich? Hierbei handelt es sich um eine Festanstellung in einer Redaktion (i.d.R. für ein bis zwei Jahre). Währenddessen arbeitet man hauptsächlich den Redakteuren zu, bestellt Samples von PR-Agenturen (das ist die nächste Kollektion als Leihware für Shootings), begleitet Shootings (Umziehen von Models, notieren der getragenen Kleidung, Abstecken, aber auch Bügeln und für Verpflegung sorgen) und besucht Presse-Termine, sowie Messen. Genau eine solche Assistenz habe ich gerade beendet. Wenn ihr Glück habt und gut seid, werdet ihr nach der Assistenz als Redakteur/in übernommen. Da aber mehr Assistenten durchlaufen als Redakteure angestellt werden, arbeiten viele vorerst frei (z.B. als Stylisten). Meine Assistenz habe ich in einer super netten Redaktion absolviert und viel zu den Abläufen von Produktionen und das Arbeiten in Redaktionen gelernt. Das war eine sehr intensive Zeit, die ich nicht missen möchte.

Mode-Redakteur/in

Aus der Assistenz heraus hat sich für mich eine Stelle als Online-Redakteurin ergeben. Darüber bin ich sehr dankbar. Inzwischen übe ich diesen Job seit fünf Wochen aus. Mir macht es super viel Spaß, Themen zu recherchieren, Texte darüber zu verfassen und diese dann oft schon am nächsten Tag online zu sehen. Zu meinem Gehalt kann ich euch natürlich nicht viel sagen. Aber es gibt ja Durchschnittswerte. Laut online-redakteur.biz verdienen Online-Redakteure rund 3.000 Euro brutto.

Fazit

Wenn ihr euch für den Berufsweg des Mode-Journalisten interessiert und noch Fragen offen sind, beantworte ich natürlich sehr gerne alles, was euch auf dem Herzen liegt. Natürlich ist der oben beschriebene Werdegang mein ganz eigener. Viele Wege führen oft zu einem Ziel und ich habe eben einen kleinen "Umweg" gemacht, indem ich zuerst beim Radio und dann im Marketing gearbeitet habe. Allgemein rate ich immer dazu, Praktika zu absolvieren, wenn ihr euch ein genaues Bild von einem Job machen möchtet. Und das am Besten bevor ihr anfangt, zu studieren. Jeder empfindet Jobs anders und ich kann an dieser Stelle nur für mich sprechen. Ich habe mit meinen Berufen (sprich Mode-Journalistin / Bloggerin) definitiv meine Traumjobs gewählt. Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Erfolg, wenn ihr diesen Weg gehen möchtet.

17 comments

  1. Malina

    Ich kann mir (oder zumindest momentan) auch absolut nichts besseres vorstellen.
    Nach dem Abi bin ich glücklicherweise durch meinen Blog an ein Volontariat bei einem regionalen Magazin geraten. Es ist sehr ähnlich wie die Neon, aber halt mit regionalem Bezug und zusätzlich noch einem Onlineportal, Youtubechannel, Modeblog etc. Dort bin ich unter anderem auch für die ganzen Fashionthemen verantwortlich und kann im Prinzip machen, was ich möchte. Mal schauen, wie es danach für mich weitergeht.

    Find's aber interessant, dass das bei dir "Assistenz" heißt und dein Artikel gibt Unwissenden schön knapp und kurz einen kleinen Einblick. 🙂

  2. Franzi

    Der Artikel ist sehr gut und einleuchtend.
    Nun ist meine Frage ob man mit diesem Studiengang auch etwas anderes machen kann als Modejournalistin also auch in den Werbebereich oder so etwas?

    1. Vicky

      Ja, ich denke schon. Einige sind auch in die PR gegangen. Ich gehe davon aus, dass Du im Marketing von einer Fashion Firma arbeiten könntest, das ist aber ganz individuell. Ich denke aber auch, dass es nicht schaden könnte z.B. die Texterschmiede zu besuche oder eben Kauffrau für Marketingkommunikation zu lernen.

  3. Claudia

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht, liebe Vicky, du hast mir damit sehr geholfen. Was ich mich allerdings noch frage: Ist es denn wichtig, dass man bei renommierten Redaktionen Praktika macht, um später an so eine tolle Stelle zu kommen? Ich habe schon einige journalistische Erfahrung gesammelt und einen gut elaborierten Schreibstil, bisher allerdings eher für unbekanntere Betriebe gesrbeitet. Ich habe ein bisschen die Befürchtung, dass bei großen Verlagen so keine Chance hat ... Wie siehst du das?

    Liebste Grüße! xx

  4. Flora

    Liebe Vicky, vielen Dank für den tollen und vor allem ausführlichen Beitrag! Die vielen Rechtschreibfehler (die dir eigentlich sonst nicht wirklich unterlaufen) machen das Lesen leider sehr mühsam 🙁

  5. Riley Capritto

    Hello Vicky!

    I am a current student at Fashion Institute of Design and Merchandising/FIDM, located in California, US where I am studying merchandise marketing. I have always had a passion for writing and fashion itself. My dream job is to be an editor for a big fashion magazine. Do you have any advice/tips for getting contacts in the fashion industry? It would be much appreciated 🙂

    Thank you,

    Riley Capritto

  6. Nicola

    Liebe Vicky,

    ganz toll dass du uns Einblick in deinen Werdegang gegeben hast! Für mich sehr sehr hilfreich so was zu lesen!! Danke ! 🙂
    Ich befinde mich grade in dem Jahr in dem ich die Schule (FHR) beendet habe. Nächstes Jahr soll es mit der Ausbildung/Studium losgehen. Aber dazwischen... Es werden leider kaum Praktika angeboten für die Überbrückungs/Orientierungszeit, für Leute wie mich, noch nicht im Studium, keine abgeschlossene Ausbildung, überall werden Kenntnisse in den Bereichen vorrausgesetzt.
    Ist also ziemlich schwierig da wo reinzukommen...:/
    lg 🙂

  7. Nadja

    Hallo,
    ich hoffe du liest diesen Beitrag noch, obwohl dein Blogpost schon ein Jahr alt ist. Ich bin momentan und schon seit einiger Zeit am überlegen, wo ich Modejournalismus studieren soll und ob es Auswege gibt, privat zu studieren. Ich habe mir das FDI und die AMD angeschaut. Ich bin mir so unschlüssig, da die amd ja im Grunde nur eine Ausbildung und parallelen Bachelor Abschluss anbietet, was nochmal um einiges teurer ist.. Die AMD ist dafür bekannter als das FDI.
    Hast du eventuell Tips für mich?
    Liebe Grüße und schöner Blogpost!
    Nadja

    1. Vicky

      Hi liebe Nadja,

      wie kann ich dir konkret helfen? Schreibe mir sonst gerne eine Mail oder auf meiner Facebook-Seite ♡

  8. Juli

    Hi Vicky,
    eine Freundin, die mit mir zusammen Modedesign studiert, überlegt nach dem Abschluss in einem Verlag / Modemagazin o.ä. einzusteigen. Demnächst hat sie Geburtstag und ich möchte ihr gerne ein Buch mit guten Tipps dazu schenken, allerdings finde ich im Internet bisher kein einziges Buch dazu. Hast du vielleicht eine Idee?
    Liebe Grüße,
    Juli

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