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Diary

Wenn die Angst davor enttäuscht zu werden, uns für Dinge verschließt, die gut sind

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Das Leben lehrt uns, dass etwas Gutes auch weh tun kann. Wie die Büchse der Pandora, die so verlockend vor uns steht und sich als Falle entpuppt, wenn wir sie öffnen. Wir laufen nicht mehr mit offenen Armen auf alles und jeden zu, ohne dabei einen schützenden Panzer zu tragen, wir lieben nicht mehr mit entfesseltem Herzen, denn wenn es zerbricht, kann es so furchtbar weh tun. Wir schützen uns. Wir werden mit der Zeit scheu, misstrauisch und ängstlich. Und dabei vergessen wir vor lauter Schutzschichten und Mauern, dass nur derjenige, wer intensiv fühlt und es schafft, wie ein Kind unvoreingenommen auf Dinge zuzugehen, auch in den Genuss der reinen und puren Schönheit des Lebens kommen kann. Ein Text darüber, warum die Angst davor enttäuscht zu werden, uns für Dinge verschließt, die gut sind. 

WIEDERKEHRENDE MUSTER DURCHBRECHEN UND EIN GEBROCHENES HERZ ALS DIESES ANERKENNEN UND ZULASSEN

Ich hatte eine Zeit, in der ich wiederkehrende Muster bei mir entdeckt habe. In dieser Zeit, ist mein Kartenhaus in sich zusammengebrochen. Denn mein geschaffenes Selbstbild einer starken und stolzen jungen Frau entpuppte sich als Illusion – oder gar Tarnung, was in diesem Fall der passendere Ausdruck ist. Ich dachte ich sei unerschütterlich. Dabei hat die vermeintliche Stärke nur mein gebrochenes Herz beschützt und der Stolz die Argumente hierfür geliefert, dieses Konstrukt zum Schutze aufrecht zu erhalten.

DAS LEBEN HINTERLÄSST NARBEN. DIE FRAGE IST, WIE STOLZ WIR DIESE TRAGEN ODER BESCHÄMT ZU VERBERGEN VERSUCHEN

Wir werden mit der Zeit vielleicht verschlossen, arrogant, grummelig oder distanziert, um alles zu verbergen und aus dem Weg zu gehen, was uns mal weh getan hat. Doch dabei vergessen wir, dass uns folgendes im Kern unseres Daseins vereint: Rückschläge, Fehltritte, Kummer und Trauer sind Narben, die uns das Leben zufügt. Diese Dinge passieren einfach und keiner auf dieser Welt kommt drum herum. Wir alle werden früher oder später damit konfrontiert. Und wir alle entwickeln daraus Muster. Doch emotionale Verletzungen gehören nicht hinter Schloss und Riegel oder sollten gar als etwas Schlechtes abgetan und verdrängt werden. Wir sollten daran arbeiten. Und solche aufzubrechen, bedeutet jede Menge Arbeit und unangenehme Konfrontation, sowie die Bereitschaft, diese Narben als Teil von uns anzusehen. Doch diese Arbeit lohnt sich. Denn wir werden ein Stück weit ehrlicher uns selbst gegenüber und damit auch anderen, die in unser Leben treten.

WARUM DARAN ARBEITEN, WENN VERDRÄNGEN SO WUNDERBAR KLAPPT?

Das ist eine logische Fragestellung, die viele für sich unterbewusst oder bewusst damit beantworten, eben nicht an ihrer Vergangenheit zu arbeiten, da es ihnen ja "gut" geht. Klar, im Verdrängungsmodus ist das schnell daher gesagt. Doch ich kann ganz genau sagen, warum ihr euch die Arbeit machen solltet. Denn es gibt bestimmte Trigger, die euch ab einem gewissen Punkt komplett aus der Bahn werfen, die in alte Muster zurück werfen und am Ende die Chance nehmen, etwas Gutes als solches zu erkennen und zuzulassen, da ihr irgendwann mal gelernt habt, dass darauf eine schmerzhafte Erfahrung gefolgt ist. Ihr steht euch also selbst im Weg, ihr blockiert euch für eine positive und unvoreingenommene Version von euch selbst. Und das so lange, bis ihr etwas unternehmt.

EINFACH LEBEN OHNE STÄNDIG DARAN ZU DENKEN, WAS PASSIEREN KÖNNTE

Wir rennen irgendwann nicht mehr wie Kinder geblendet von dem Schönen ohne vor und zurück zu blicken mit offenen Armen auf etwas zu, mit entfesseltem Herzen und ohne jegliche Scheu. Denn wir lernen, dass etwas, das hell strahlt, auch seine Schatten wirft. Die Kunst ist es aber, trotz der negativen Erfahrungswerte die Fähigkeiten zu bewahren oder sich anzueignen, zu lieben, zu lachen, zu erfahren und neugierig und sehnsuchtsvoll zu bleiben ohne dabei ständig an das zu denken, was passieren könnte. Wir alle haben unser Päckchen zu tragen. Und viel zu viele von uns tragen es alleine. Bleiben wir mal bei diesem Bild, trägt sich so ein Laster mit der Hilfe von anderen schon viel einfacher, oder?

WENN EINEM DER BALL ZUGESPIELT WIRD, MUSS MAN VERDAMMT NOCHMAL SCHIESSEN!

Ein Auswechselspieler neben dem Spielfeld des eigenen Lebens sein – das möchte ich nicht! Als  mein oben beschriebenes Kartenhaus zusammengefallen ist, bin ich mir dessen klar geworden. Denn aus Angst, verletzt zu werden und mit dem Gefühl im Nacken, dass ich nicht bereit bin oder es nicht die richtige Zeit für etwas ist, gehe ich nicht als Sieger vom Spielfeld. Wenn einem der Ball zugespielt wird, kann ein Fussballspieler auch nicht sagen "Oh, ich bin jetzt noch nicht bereit, das Tor zu schießen!". Die Gelegenheit ist da und dann muss gehandelt werden werden! Oder wir sehen uns aus dem Turnier fliegen und fragen uns im Nachhinein: "Warum habe ich's nicht einfach gemacht?". Mehr als nicht zu treffen oder eben das Tor zu schießen, gibt es als mögliche Konsequenzen nicht. Wenn wir es aber nicht einmal versuchen, werden wir es nie erfahren, was hätte sein können und ehe wir uns versehen, haben wir zu viele Chancen verstreichen lassen und uns selbst ins Aus manövriert.

2 comments

  1. Celia

    Liebe Vicky

    Ein sehr schöner Text der zum Nachdenken anregt.
    Mir gefallen deine Vergleiche sehr ("etwas, das hell strahlt, wirft auch seine Schatten" / "Fussball").
    Weiter so!

    xoxo

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