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Diary

Über die Liebe des Lebens und wie wir sie finden

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"Ich suche nach meiner besseren Hälfte, um mich glücklich und vollkommen zu fühlen", ist eine Aussage, mit der ich absolut nichts anfangen kann. Die Suche nach dem Einen scheitert oft schon daran, dass es diesen überhaupt gibt. Denn trotz einer super tollen Beziehung, ist meine irgendwann gescheitert. War er der eine? Ich dachte ja. Aber mein Glück war abhängig von ihm. Und da lag bereits der größte Gedankenfehler, den ich haben konnte!

ES IST FALSCH ZU DENKEN, DER ANDERE WÄRE FÜR DAS EIGENE GLÜCK VERANTWORTLICH

Ich bin irgendwann dahinter gekommen, dass es falsch ist, zu denken, der andere wäre für das Glück des anderen verantwortlich. Fühlen wir nämlich keine Zufriedenheit aus uns selbst heraus – und das möglichst unabhängig von äußeren Einflüssen – wie soll dann ein anderer dazu in der Lage sein, uns dieses Gefühl dauerhaft zu vermitteln? Eben! Das ist eine Mission, die zum Scheitern verurteilt ist. 

AUF DER SUCHE NACH DEM HIGH VERDRÄNGEN WIR DIE AUSNÜCHTERUNGSPHASE DANACH

Versteht mich nicht falsch. Ich finde High sein auch geil! Aber ich habe keinen Bock mehr auf die Tiefs und das Ausnüchtern danach. Klar, ich will das Hoch – dieses Gefühl, das sich so toll anfühlt, dass wir angebetet werden, geliebt, begehrt, gemocht und vieles mehr.

Aber:

a) Wer nur auf der Suche nach dem High ist, der ist süchtig nach dem anderen. Und jede Sucht beinhaltet auch das Aufschlagen auf dem Boden der Tatsachen aufgrund enttäuschter Erwartungen und überzogener Ansprücher an eine andere Person.

b) Es ist fatal auf der Suche nach einem Gefühl zu vergessen, wer vor einem steht und den anderen in diese Ideal-Vorstellungen reinpressen zu wollen – so können wir nur scheitern, denn wer kann schon zu 100% einer Wunschvorstellung gerecht werden? Noch nicht einmal wir selbst können das.

EINE NEUE FOLGE SCHWINI-TALK IST LIVE:

Warum Vicky nicht an die große Liebe glaubt, was in uns vorgeht, wenn Er beim Sex nur an seinen Orgasmus denkt und wie die perfekte Kennenlern-Phase abläuft – darum geht's in der zweiten Folge Schwini-Talk. Außerdem gibt's unsere TOP 3 der Charaktereigenschaften, die wir an Männern anziehend finden und die absoluten No Go's. Wir plaudern auch über unsere zwei schrecklichsten Dates ever unterhalten uns ausführlich darüber, warum wir niemals jemanden liken würde, der für Tinder Plus bezahlt.

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DAS AUFRECHTERHALTEN EINES RAUSCHZUSTANDES IST KEINE LIEBE

Was ist die logische Konsequenz aus der anscheinend vergeblichen Suche nach dem Liebesglück?

  • Vielleicht stürzen wir uns von einem Abenteuer ins nächste, um uns ständig berauscht und "high" zu fühlen. Sind wir brutal ehrlich zu uns selbst, dient diese Methodik am Ende des Tages allerdings keiner Zweckerfüllung ausser der Aufrechterhaltung eines Rauschzustands. Nach jedem Hoch kommt das Tief und andersrum. Das ist vielleicht für eine Zeit lang witzig und unterhaltsam. Doch dauerhaft führt das weder zu kernerschütternden Begegnungen, noch zu dem ersehnten Glück. Es gibt kein Hoch ohne Tief – aber eben auch kein Tief ohne Hoch.
  • Und so verfallen einige von uns irgendwann in das andere Extrem und fahren die Schiene der Vermeidung, um dieser Achterbahnfahrt der Gefühle ganz einfach aus dem Weg zu gehen. Fernab von Rausch-Zuständen führt diese Vermeidungsstrategie jedoch ebenfalls nicht zum ersehnten Glück, sondern sorgt nur dafür, dass wir mit der Zeit verschlossener anderen und unsere Emotionen gegenüber werden. Auch so werden wir am Ende des Tages nicht das ausgeglichene Gefühl der Liebe finden. Weder ins uns noch in anderen. Denn die Offenheit und Liebe zu sich selbst bedingt erst das Vermögen, dies auch in anderen erkennen zu können und für sich selber zuzulassen.

DIE LIEBE DES LEBENS IST DIE UNEINGESCHRÄNKTE LIEBE ZU SICH SELBST

Ich wusste früher nicht, was Erwachsenwerden genau bedeutet. Und um ehrlich zu sein dachte immer, ich wäre es schon längst. Ich wollte immer für reifer gehalten werden als ich war. Doch jetzt weiss ich, Erwachsenwerden bedeutet vor allem, Wunden zu bekommen und zu lernen, mit den Narben zu leben. Verletzt werden und immer wieder aufstehen. Durchhalten, weitermachen und dabei nicht vergessen, wer man ist und wer man sein möchte.

Meine eingangs erwähnte Beziehung ist gescheitert. Und ich habe erkannt, dass ich diesen Mann brauchte, um mich "high" zu fühlen. Ebenso habe ich erkannt, dass high sein kein Zustand ist, der für langfristiges Glück sorgt. Dieses Gefühl berauscht zwar, ist allerdings abhängig von der Droge, in dem Fall dem Geliebten. Und jede Droge hat neben der positiven Wirkung auch den Kater danach zur Folge, der sich echt beschissen anfühlt. Und als es anfing, sich kacke anzufühlen, habe ich ihn – genauso wie für das schöne Gefühl – verantwortlich gemacht.

Die Kunst im Erwachsenwerden liegt darin, trotz der Verletzungen unvoreingenommen wie ein Kind zu bleiben und dabei aber die Reife zu erlangen, Narben nicht als verlorene Kämpfe anzusehen, sondern als Wunder der Heilung und Teil des Prozesses. Ich denke, wenn wir verstehen, dass nur wir selbst für diesen gesamten Prozess zur Verantwortung zu ziehen sind, sind wir gefestigt genug, unser Glück nur von uns selbst abhängig zu machen und somit offen für die Liebe des Lebens zu sein: Der Liebe zu uns selbst, die uns dazu befähigt, empfänglich für Dinge und Menschen zu sein, die ebenso denken und fühlen und im Einklang mit uns koexistieren können, ohne dabei Glück und Gemütszustand von dem anderen abhängig zu machen.

3 comments

  1. Annette

    Hallo Vicky, sehr interessant! Aber ob Liebe überhaupt ein Gefühl ist? Colin Bear - und davor schon Erich Fromm meinen ja: es ist eher eine Handlung, eine Aktivität ... Ob Du mal über diesen Ansatz einen Artikel schreibst?

    Hugs, Annette

    1. Vicky

      Hallo liebe Annette, das ist ein interessanter Ansatz und jetzt, wo du es sagst, fällt mir dieser auch wieder ein, da ich darüber gelesen habe. Ist nur die Frage, wie man dies für sich umsetzt? Hast du eine Anregung dazu? Ich freue mich, von dir zu hören, liebe Grüße, Vicky

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